Die Initiative will die schweizerische Neutralität detaillierter in der Bundesverfassung verankern. Militär- oder Verteidigungsbündnisse und die Zusammenarbeit mit ihnen wären grundsätzlich ausgeschlossen, solange die Schweiz nicht direkt oder unmittelbar bedroht ist. Sanktionen gegen kriegführende Staaten wären nur noch in eng begrenzten Fällen möglich.
Was würde sich bei einem Ja ändern?
01
Neutralität würde ausdrücklich als immerwährend und bewaffnet festgeschrieben.
02
Die Zusammenarbeit mit Militär- und Verteidigungsbündnissen würde eingeschränkt.
03
Eigenständige Sanktionen gegen kriegführende Staaten wären grundsätzlich ausgeschlossen; UNO-Sanktionen blieben möglich.
04
Die Schweiz müsste ihre Vermittlerrolle aktiv nutzen.
Argumente dafür
Was für ein Ja spricht
Klare Verfassungsregeln könnten die Neutralität glaubwürdiger und weniger abhängig von tagespolitischen Entscheiden machen.
Befürwortende sehen darin mehr Unabhängigkeit von Machtblöcken und ausländischem Druck.
Eine strengere Praxis soll die Rolle der Schweiz als Vermittlerin stärken.
Argumente dagegen
Was für ein Nein spricht
Bundesrat und Parlamentsmehrheit halten den bestehenden Handlungsspielraum für sicherheits- und aussenpolitisch notwendig.
Die Initiative könnte Kooperationen und Reaktionen auf Völkerrechtsverletzungen erschweren.
Starre Verfassungsregeln könnten auf neue Bedrohungslagen nur langsam reagieren.
Einordnung
Was die Umfrage jetzt sagt
Die erste SRG-Trendumfrage zeigt einen klaren Nein-Vorsprung, aber nicht das Endergebnis. Mobilisierung, Kampagnenverlauf und das für Volksinitiativen nötige Ständemehr bleiben entscheidend.
Bundesrat, Parlament und Parteiparolen
Die dokumentierten Empfehlungen sowie die Schlussabstimmungen im National- und Ständerat.
Nationalrat65 Ja · 124 Nein
Ständerat10 Ja · 29 Nein
Partei
Neutralitätsinitiative
SVP
Ja
SP
Nein
Mitte
Noch offen
FDP
Nein
Grüne
Noch offen
GLP
Nein
EVP
Nein
Wie positionierten sich Bundesrat und Parlament?
Der Bundesrat empfahl ein Nein, die Parlamentsmehrheit ebenfalls ein Nein. Im Nationalrat lautete die Schlussabstimmung 65 Ja zu 124 Nein. Im Ständerat standen 10 Ja- 29 Nein-Stimmen gegenüber. Die Parteimatrix zeigt die national dokumentierten Parolen; fehlende Werte werden nicht geschätzt.
Wie kam die Vorlage zur Abstimmung?
Als Urheber oder Referendumsträger nennt Swissvotes: Pro Schweiz, unterstützt u.a. von der SVP. Dokumentiert sind 129'806 eingereichte Unterschriften. Der parlamentarische Vorgang wird unter der Geschäftsnummer 24.092 geführt.
Daten und Originalquellen
Stimmt ein zusammengefasster Wert nicht mit einer amtlichen Veröffentlichung überein, ist die Primärquelle massgeblich. Stimmradar zeigt den Datenstand und verlinkt den Swissvotes-Datensatz, amtliche Resultate, Karten und politische Chronologien direkt.