Berechnung und Datenregeln
Methodik für Wahlumfragen und Abstimmungsdaten
So verarbeitet Stimmradar Schweizer Wahlumfragen, amtliche Wahlresultate, Abstimmungsparolen, fehlende Werte und historische Vergleiche.
1. Datenfrische
Wir trennen Seitendatum, Publikationsdatum und Feldende. Für Umfragen ist das Feldende massgeblich. Liegt die jüngste nationale Wahlumfrage mehr als 90 Tage zurück, wird sie als veraltet markiert und nicht als heutige Prognose beschrieben.
2. Aktueller Wahltrend und historisches Archiv
Der aktuelle Zyklus enthält nur nachvollziehbar veröffentlichte nationale Erhebungen. Historische Tabellen der Wahlzyklen 2019 und 2023 werden aus offen lizenzierten Wikipedia-Zusammenstellungen strukturiert; jede Zeile behält ihren Original-Link. Linien verbinden Beobachtungen, berechnen aber keine täglichen Zwischenwerte oder einen Polling-Average.
3. Amtliche Wahlzeitreihen
Parteistärken, Sitze, Kandidaturen und Resultate nach Kanton stammen aus dem BFS-OGD-Paket zu den eidgenössischen Wahlen 2023. Für Die Mitte werden vor 2023 CVP und BDP als gemeinsame Parteigruppe addiert; dies verhindert einen künstlichen Sprung durch die Fusion. Stimmenanteile und Sitze werden nie gleichgesetzt.
4. Politische Landkarte und vier Positionsindikatoren
Die politische Landkarte verwendet unveränderte Mittelwerte der Chapel Hill Expert Survey 2024. Die horizontale Achse entspricht lrecon (0: aktive Rolle des Staates; 10: kleinere Rolle des Staates), die vertikale Achse galtan (0: libertär/postmaterialistisch; 10: traditionell/autoritär). Die Detailansicht ergänzt die CHES-Variablen zu Migration und Klimapolitik. Stimmradar rundet auf eine Dezimalstelle, erfindet aber keine Scores und kombiniert die Variablen nicht zu einem eigenen Index. Es handelt sich um Mittelwerte von Experteneinschätzungen, nicht um Selbsteinstufungen der Parteien.
5. Fehlende Parteienwerte
Wenn ein Institut eine Partei nicht separat ausweist, steht „–“. Der Wert wird weder auf null gesetzt noch aus «Sonstige» rekonstruiert. Historische Parteigruppen werden nur zusammengeführt, wenn das BFS eine entsprechende Gruppierung dokumentiert.
6. Umfragen zu Volksabstimmungen
Ja, Nein und Unentschiedene bleiben getrennt. Der ausgewiesene Fehlerbereich steht direkt neben der Messung. Bei Volksinitiativen und obligatorischen Referenden wird zusätzlich das Ständemehr berücksichtigt.
7. Abstimmungsanalysen
Ergebnisquoten, Themen, Jahrzehnte, knappe Entscheide und kantonale Spannweiten werden aus abgeschlossenen Swissvotes-Datensätzen berechnet. Die Parteimatrix vergleicht nur Fälle, in denen beide Parteien eine eindeutige nationale Ja- oder Nein-Parole besitzen. Die Fallzahl wird angezeigt; Stimmfreigaben und fehlende Werte zählen nicht.
8. Grenzen der Interpretation
Übereinstimmung zwischen Parteien ist kein objektiver Links-rechts-Score. Ein hoher Ja-Anteil in einem Politikbereich bedeutet ebenfalls nicht pauschale Zustimmung zum Thema, da jede Vorlage anders formuliert ist. Der Nationalrats-Mehrheitsrechner beschreibt die Sitzarithmetik 2023, nicht eine Schweizer Regierungskoalition oder Wahlprognose.
9. Korrekturen
Fehler bitte mit URL und Originalquelle an info@stimmradar.ch senden. Sachliche Korrekturen werden geprüft und zeitnah eingearbeitet.
Swissvotes-Datensatz und Dokumentation